gesetzliche Betreuung

Wer braucht 
eine Betreuung?

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) § 1896 Abs. 1 sind diese folgenden Voraussetzungen notwendig:

(1) Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer. Den Antrag kann auch ein Geschäftsunfähiger stellen. Soweit der Volljährige auf Grund einer körperlichen Behinderung seine Angelegenheiten nicht besorgen kann, darf der Betreuer nur auf Antrag des Volljährigen bestellt werden, es sei denn, dass dieser seinen Willen nicht kundtun kann.

Welche Aufgaben 
hat ein Betreuer?

Aufgabe eines Betreuers ist es, in dem vom Amtsgericht festgelegten Umfang (Aufgabebereiche) für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter zu handeln. Dabei vertritt der Betreuer den Betreuten gerichtlich und außergerichtlich. Dabei ist der Wunsch des Betreuten zu berücksichtigen soweit es dem nicht zuwider läuft.

Der Betreute selbst kann jederzeit wirksame Willenserklärungen abgeben und Rechtsgeschäfte eingehen. Ausnahmen gelten bei Geschäftsunfähigkeit bzw. wenn ein Einwilligungsvorbehalt besteht.

Welche Aufgaben sind nicht die eines Betreuers?
Ein Betreuer ist nicht dafür zuständig, dem Betreuten im Haushalt zu helfen, ihn bei Spaziergängen zu begleiten, die Krankenpflege zu übernehmen, Bekleidung in das Krankenhaus zu bringen, Medikamenten zu stellen, ihn zu unterhalten, ihn ins Krankenhaus zu bringen. 

Der Betreuer ist für die Organisation und Casemanagement der Durchführung von Tätigkeiten durch entsprechende Dienstleister zuständig.

Was bedeutet 
rechtliche Betreuung?

Im Betreuungsrecht ist geregelt, in welchem Umfang für eine hilfsbedürftige Person durch das Betreuungsgericht ein Betreuer bestellt wird.
Dem Betreuer dürfen nur die Aufgabenkreise übertragen werden, in denen eine Betreuung tatsächlich notwendig ist
(§ 1896 Abs. 2 BGB).

Bereiche, die der Betroffene eigenständig erledigen kann, dürfen den Betreuern nicht übertragen werden.

Welche Aufgaben die Betreuten noch selbst übernehmen können und wofür sie einen gesetzlichen Vertreter benötigen, wird im gerichtlichen Verfahren festgestellt.

Der Betreuer hat die Aufgabe, den Betreuten in den ihm übertragenen Aufgabenkreisen zu vertreten.